Ob als Geschenk für andere oder sich selbst: Kaschmir-Kleidung ist beliebt wie eh und je. Das freut allerdings auch Fälscher, die hochwertige Kaschmirwolle oft mit künstlichen Fasern mischen, bis nur noch ein Bruchteil des edlen Materials im vermeintlichen Kaschmir-Pullover enthalten ist.

Hier findest du 8 Tipps, wie du echtes Kaschmir erkennen bzw. eine Fälschung entlarven kannst!

Reines Kaschmir? Qualität erkennen

Vorweg ist leider zu sagen: Um reines Kaschmir zu erkennen und zu sehen, ob andere Stoffe beigemischt wurden, bräuchtest du Expertenwissen und ein Raster-Elektronenmikroskop. Und auch dann ist nur erkennbar, ob die Kaschmirfasern mit synthetischen Materialien gemischt sind. Andere Wollfasern wie Yak oder Merinowolle haben die gleiche Struktur wie Kaschmirwolle – hier musst du also auf die Angaben des Händlers vertrauen.

Doch das heißt nicht, dass es nicht ein paar Dinge gibt, mit denen du selbst die Qualität von Kaschmir-Kleidung testen kannst! Die folgenden 8 Tipps geben bis zu einem gewissen Grad Auskunft darüber, ob es sich um ein hochwertiges Kaschmir-Original handelt!

Wir zeigen dir in diesem Artikel 8 Tipps, mit Hilfe derer du hochwertige Kaschmir Kleidung von schlechten Imitationen unterscheiden kannst.

1.     Schau auf das Etikett

Dieser Test ist die naheliegendste Lösung: Der Blick auf das Etikett verrät zumindest, ob es sich um eine Mischung aus Kaschmirfasern und anderen Materialien handelt. Der Handel ist verpflichtet, diese Tatsache auszuweisen.

Dabei solltest du allerdings wissen, dass „100 Prozent Kaschmir“ eigentlich missverständlich ist. Denn diese Bezeichnung darf jedes Kleidungsstück tragen, das einen Kaschmiranteil von mindestens 85 Prozent hat. Der Rest darf auch eine andere Wollsorte oder ähnliches sein, und diese kann wiederum zum Beispiel mit Silikonen behandelt worden sein, um die Fasern weicher zu machen.

Trotzdem: Ein hoher Kaschmiranteil ist immer noch deutlich besser als ein Kleidungsstück, das laut Etikett einen „Kaschmiranteil“ hat.

Das setzt nämlich nur voraus, dass mindestens 14,5 Prozent Kaschmirhaare verarbeitet sein müssen. Ein Pullover mit Kaschmiranteil besteht also unter Umständen nicht mal zu einem Viertel aus echter Kaschmirwolle – ein schlechter Deal.

2.     Schau auf den Preis

Eine Kaschmirziege liefert pro Jahr gerade einmal 100-150 g Wolle, die nach dem Sortierungs- und Reinigungsprozess tatsächlich verarbeitet werden kann. Daraus wird nicht einmal ein ganzer Pullover. Kaschmirwolle ist also als Rohmaterial schon sehr teuer und ein niedriger Preis für Kaschmirprodukte wird damit mehr als unwahrscheinlich.

Wenn ein Händler Kaschmir-Kleidung zu einem regulären Preis von unter 100 Euro anbietet, kann diese Ware realistisch betrachtet gar nicht echtes Kaschmir sein, da der Händler Verluste machen würde. Preise ab 200 Euro für ein Kaschmirteil sind da schon wesentlich aussagekräftiger.

3.     Mache den Brenntest

Mit „Brenntest“ ist natürlich nicht gemeint, dass du deinen neuen Kaschmirpullover in Brand setzen sollst. Du kannst allerdings einige kleine Fasern aus dem Saum zupfen und sie anzünden. Denn echtes Kaschmir brennt schlecht und stinkt nach verbranntem Haar, während Kunststofffasern schnell, qualmend und in einer hellen Flamme verbrennen.

So erkennst du zumindest, ob ein hoher Kunststoffanteil in den Fasern steckt. Du kannst aber leider nicht wissen, ob die Kaschmirwolle mit anderen Wollsorten gemischt wurde – denn die brennen genauso schlecht.

4.     Mache den Farbtest

Falls du keine Fasern verbrennen möchtest, kannst du Fälschungen in manchen Fällen auch an der Farbe erkennen. Die Kaschmirfasern sollten innen und außen die gleiche Farbe haben. Trifft das nicht zu, wurde der Stoff erst nach der Verarbeitung gefärbt und damit billiger produziert. Dieser Tipp funktioniert natürlich nicht bei jedem Kleidungsstück, aber einen Versuch ist es durchaus wert.

5.     Achte auf die Herkunft

Sehr billige Kaschmirteile stammen oft aus China und wurden unter sehr schlechten Bedingungen produziert. Dass es sich dabei um hochwertige Qualität handelt, ist mehr als unwahrscheinlich. Das Problem ist: China kauft einen Großteil der nepalesischen Kaschmirwolle auf. Kaschmirprodukte aus vertretbarer Produktion zu finden, ist also nicht so leicht.

6.     Schau genau auf die Struktur

Gute Kaschmir-Kleidung sollte eine sehr engmaschige Struktur haben. Denn je loser die Maschen, desto weniger Wolle wurde verwendet und desto mehr Ersparnis will der Hersteller offensichtlich herausschlagen. Engmaschiger Stoff ist also ein Kriterium, das du durchaus aussagekräftig sein kann. Auch hier gilt aber: Ob es sich um Kaschmir oder eine andere Wollsorte handelt, erkennt man als Laie leider nicht.

7.     Fasse die Kleidung an

Wenn du deine Kaschmir-Kleidung zum ersten Mal anfasst, sollte sich die Oberfläche warm anfühlen. Zumindest sehr offensichtliche Fälschungen erkennst du daran, dass sie sich kühlend auf der Haut anfühlen und leicht glänzen. Allerdings gilt das wie gesagt nur für sehr schlecht gemachte Fälschungen – und auf die wirst du vermutlich schon durch den Preis aufmerksam.

8.     Achte auf Pilling

Kaschmir ist ein empfindlicher Stoff, weshalb Knötchenbildung (Pilling) durch Reibung früher oder später auch bei dem teuersten Kaschmirpullover auftreten wird. Eine Handtasche auf der Schulter zum Beispiel reibt am Stoff und wird auf Dauer die Fasern aufrauen.

Hochwertige Kaschmir-Kleidung besteht jedoch aus langen Kaschmirfasern, die weniger anfällig für den Pilling-Effekt sind als kurze oder gemischte Fasern. Je schneller du also bei deinem Kleidungsstück Pilling bemerkst, desto weniger echtes Kaschmir dürfte enthalten sein.

Abschließend sei angemerkt: Echte Kaschmir-Kleidung zu erkennen, ist fast unmöglich, sofern man nicht teure Technologie und eine Menge Fachwissen hat.

Mit unseren Tipps kannst du aber zumindest dein Kaschmirteil ganz genau unter die sprichwörtliche Lupe nehmen und wirst bestimmt die eine oder andere Mogelpackung erkennen!

Bildquelle: unsplash.com / Andrew Neel

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